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Teil 2

Ich wusste, dass ich mich freuen sollte. Aber etwas in mir widersprach.

Ich wusste, dass ich mich freuen sollte.
Ich wusste, dass ich die Stelle annehmen sollte.

Jeder wusste das.

Schließlich lief doch alles nach Plan.

Und trotzdem war da etwas in mir, das ganz leise widersprach.

Etwas fühlte sich nicht mehr nach mir an.

Meine Gedanken kreisten, wie so oft, ohne dass ich sie wirklich einfangen konnte. Also tat ich das, was ich gut konnte: abwägen. Vernünftig sein. Argumente sammeln.

Ich sprach mit meinem Mann. Mit Freundinnen. Mit einer davon ganz besonders – meiner Vorgängerin.

Mehr Verantwortung.
Mehr Ansehen.
Mehr Geld.
Mehr Wirksamkeit.

Klingt doch toll.

Warum wollte ich es also nicht?

Vielleicht, weil da ganz leise eine Stimme in mir flüsterte, dass manches davon nur auf dem Papier stehen würde.

Vor allem dieses eine Wort: Wirksamkeit.

Denn genau die vermisste ich schon länger.

Ich fühlte mich zunehmend wie in unsichtbaren Fesseln. Ich tat Dinge und schrieb Texte, die nicht immer meinen eigenen Werten entsprachen. Ich strampelte und strampelte – und hatte trotzdem das Gefühl, nie wirklich dort anzukommen, wo ich hinwollte.

Ich wollte etwas bewirken.
Und fühlte mich gleichzeitig so wirkungslos.

Ein Teil von mir ahnte längst, dass eine Führungsposition daran vielleicht gar nichts ändern würde.

Doch da war noch etwas anderes.

Hoffnung.

Die Hoffnung, dass es diesmal anders werden könnte. Dass ich mehr gestalten dürfte. Kreativer sein könnte. Wirklich etwas für unsere Leserinnen bewegen. Und auch für mein Team.

Mein Name Nadine geht übrigens über Nadia auf das russische Nadeschda zurück – und bedeutet Hoffnung.

Dreimal darfst du also raten, wer aus diesem inneren Diskurs als Siegerin hervorging.

Die Hoffnung.

Ich sagte zu.

Die leise Stimme in mir überhörte ich. Stattdessen folgte ich meinen Gedanken – und für die war die Sache schließlich ziemlich eindeutig.

Natürlich unterschreibt man.
Natürlich nimmt man diese Chance an.
Natürlich geht man den nächsten Schritt, wenn man ihn angeboten bekommt.

Also unterschrieb ich.